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Fledermäuse als Nachbarn


Ein Hohlweg ist ein unbefestigter Weg,  der sich durch die lange Nutzung mit Fahrzeugen tief in das Gelände eingeschnitten hat. Da im Mittelalter die Straßen nicht befestigt waren sind Hohlwege oft Relikte historischer Wegeverbindungen. Der Daruper Hohlweg war zur Zeit der Postkutschen ein Streckenabschnitt der Postverbindung von Münster nach Deventer.  Im Daruper Hohlweg lassen offene Gesteinsflächen die tiefergehenden Risse und Spalten erahnen, wie sie für das klüftige Gestein der Baumberge typisch sind.  Dies Spalten bieten vor allem Fledermäusen gute Bedingungen für ein Winterquartier. Grundsätzlich unterscheidet man die Sommer- von den Winterquartieren der Fledermaus.  In den Sommerquartieren, die oft in Baumhöhlen oder Gebäuden zu finden sind, ziehen die Weibchen in Gruppen - den so genannten Wochenstuben - gemeinsam ihre Jungen auf. In den Winterquartieren hingegen, die frostfrei und feucht sein müssen, verbringen ihren Winterschlaf, ja nach Art und Witterung etwa von Oktober bis März. Typische Winterquartiere sind Baum- und Felshöhlen, Gebäudenischen und Brunnenschächte. Je nachdem, welches dieser Quartiere von einer Art bevorzugt wird, lassen sich die kulturfolgenden Gebäudefledermäuse von den Waldfledermäusen unterscheiden, die sich nicht so gerne in der Nähe des Menschen aufhalten. Alle Winter und Sommerquartiere werden immer seltener und verdienen daher besonderen Schutz.

In den Baumbergen finden sich drei sehr bedeutende Winterquartiere, wobei es sich um Brunnen und alte Eiskeller handelt, die zum Schutz der kleinen Säuger nicht öffentlich zugänglich sind. In diesen überwintern mehr als 9.000 Fledermäuse aus mindestens acht Arten. Allein in einem der Brunnen überwintern jährlich über 7.000 Fledermäuse. Dabei hat dieses Quartier eine landesweit herausragende Bedeutung für überwinternde Fledermäuse, es dient nicht nur als Ort der Überwinterung sondern auch der Paarung und dem Informationsaustausch. Dabei sind Fransen- und Wasserfledermäuse dominierend, gefolgt von der Teichfledermaus und der seltenen und besonders geschützten Bechsteinfledermaus. Während der spätsommerlichen und herbstlichen Schwärmzeit fliegen unzählige Fledermäuse nachts stundenlang um den Brunnen herum, hinein und hinaus. Auf diese Weise finden sie ihre Partner oder zeigen Artgenossen das Quartier. Einige Arten durchqueren das Kreisgebiet nur kurz zur Nahrungssuche auf ihrer Wanderung zwischen dem Sommer- und Überwinterungsgebiet. Dazu gehören der Große Abendsegler und die Rauhautfledermaus. Letztgenannte legt dabei mehr als tausend Kilometer zurück. Daneben gibt es Arten, wie die im Sommer in den Niederlanden lebende Teichfledermaus, die bei uns in geeignete Winterquartiere zum Überwintern findet. Auch die größte im Kreis bekannte Fledermaus, das Große Mausohr, verbringt den Winter bei uns. Als seltener Gast wurde die Mückenfledermaus gesehen. Von den in Deutschland mehr oder weniger regelmäßig vorkommenden 23 Fledermausarten wurden im Kreis Coesfeld bisher 14 sicher nachgewiesen. Ein Großteil bringt auch ihre Jungen hier zur Welt, darunter die häufigste und oft auch in unseren Gärten fliegende Zwergfledermaus, die Kleine Bartfledermaus und die Breitflügelfledermaus, die alle in Gebäuden leben. Ein Großteil der sich bei uns fortpflanzenden Arten zählt zu den Waldfledermäusen: Dies sind Wasser-, Fransen- und die Bechsteinfledermaus sowie Große Bartfledermaus, das Braune Langohr und der Kleine Abendsegler.