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NSG Rieselfelder Appelhülsen


SchGebietsVorstellung_NSG_Rieselfelder Appelhülsen_(1) 2021_03Vom Obstgarten zu einem bedeutenden Rastvogelgebiet im Münsterland

Aufgrund der mächtigen Sandschichten im Untergrund wurden 1953 die Rieselfelder Appelhülsen angelegt. Sie dienten seinerzeit zur Verrieselung und Reinigung von Molkerei- und Haushaltsabwässern. Gewissermaßen als Nebenprodukt entstand hierbei ein wichtiges Feuchtgebiet für viele Tier-und Pflanzenarten. Mit dem Bau einer modernen Kläranlage im Jahr 1982 sollten die Flächen dann trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt werden. Dank des ehrenamtlichen Naturschutzes wurde jedoch der Wert der alten Rieselfelder als Rast-, Mauser-und Brutplatz für Wasser- und Watvögel frühzeitig erkannt. Der lange Einsatz führte 1986 schließlich zur Ausweisung eines gut 6,7 ha großen Naturschutzgebietes.

Das heutige Vogelschutzgebiet besteht aus drei großen, durch Dämme getrennte Wasserbecken, die durch ausgedehnte Flachwasserzonen, Schlammflächen und uferbegleitende Röhrichte geprägt sind. Vor allem zur Zugzeit im Frühjahr und Herbst können hier Watvögel wie Rot-und Grünschenkel, Kampfläufer, Bruch- und Waldwasserläufer sowie Bekassine und Zwergschnepfe angetroffen werden. Zu ihnen gesellen sich dann seltene Entenarten wie Krick-, Knäck- und Löffelente. Bedeutende Brutvögel im Gebiet sind z.B. Rohrammer (RL V/*), Teichrohrsänger (RL 3/2) und Wasserralle (RL 2/2). Zuweilen werden auch besondere Raritäten wie das Odinshühnchen oder der Stelzenläufer, der 1986 sogar erfolgreich im Gebiet brütete, am Gewässer beobachtet. Seit nunmehr über 20 Jahren werden die Rieselfelder ehrenamtlich betreut. Zu den Arbeiten gehören die Regelung des Anstaus, das regelmäßige Entfernen von Rohrkolben von den flach überstauten Schlammflächen und Brut- und Rastvogelbeobachtungen.