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NSG Kestenbusch


Das Naturschutzgebiet Kestenbusch (94 ha) liegt etwa 1,5 km nordöstlich von Rorup und stellt ebenso wie das NSG Roruper Holz einen typischen Ausschnitt der münsterländischen Parklandschaft dar. Auf den Hanglagen stockt ein großes, artenreiches Buchenwaldgebiet mit geringem Nadelholzanteil und mehreren Quellbächen. Im Umfeld des Waldgebietes sind noch größere, zusammenhängende Grünlandflächen vorhanden. Auf den flachgründigen Kalkverwitterungsböden ist der Waldmeister-Buchenwald (Galio-Fagetum) die vorherrschende Waldgesellschaft, die in einigen Bereichen im Frühjahr durch flächendeckende Bärlauchherden (Allium ursinum) geprägt ist. Auf den Kuppenlagen weisen die Buchen mit ihrem krummschäftigen Wuchs auf die ehemalige Nutzung als Niederwald hin. Die Waldbestände in den unteren Hanglagen sind durch eine artenreiche Krautschicht mit Feuchtezeigern charakterisiert und leiten damit floristisch zum Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum) über. Der Kestenbusch ist ein wichtiges Quellgebiet des Karthäuser Mühlenbaches. Mehrere, bis über 5m tief eingeschnittene Kerbtäler durchschneiden die Wälder und verlaufen mäandrierend von Nordosten in Richtung Südwesten, um dann über den Fleisenbach in den Karthäuser Mühlenbach zu entwässern. Die naturnahen, periodisch trocken fallenden Bachläufe im Waldgebiet sind nach § 62 Landschaftsgesetz NRW geschützte Biotope. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang auch die Erlen-Eschen-Auwälder (Pruno-Fraxinetum), die die Bachtäler in naturnahen Abschnitten begleiten. Die Waldbestände des NSG Kestenbusch bilden zusammen mit dem NSG Roruper Holz das FFH-Gebiet Roruper Holz mit Kestenbusch.

Nagelfleck (Aglia tau, RL NRW */V) Im Kestenbusch ist ein auffälliger Augenspinner, der Nagelfleck, noch weit verbreitet. Vor allem an sonnigen Frühjahrstagen kann man in lichten Waldbereichen und an den Waldrändern das relativ große, orangebraun gefärbte Nagelfleck-Männchen rastlos umherfliegen sehen. Mit den großen kammartigen Fühlern nimmt das Männchen die Duftstoffe des Weibchens auf, das meist regungslos in der Vegetation sitzt. Da sich das Männchen nur sehr selten niedersetzt, kann man es kaum in Ruhe betrachten. Bei einer Beobachtung eines großen, orangebraunen Falters mit entsprechendem Verhalten handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Nagelfleck!