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Ein Lebensraum für den Feuersalamander


In den Baumbergen fließt das Regenwasser durch die feinen Poren und die Klüfte im Sandstein der wasserdurchlässigen  „obere Baumberger Schichten“ des Baumberger Sandsteins und sammelt sich über einer wasserundurchlässigen, Coesfelder Schicht genannten Gesteinsformation wie in einer Schüssel, bis der Wasserdruck so ansteigt, dass das Wasser aus den insgesamt über 80 Quellen am Baumberger Quellhorizont wieder austritt. In den quellnahen Zonen der vielen Baumberger Bäche fühlen sich heute typische Quellbewohner wie der Dreieckskopf Strudelwurm (Dugesia gonocephala) und die Köcherfliegenlarve (Trichoptera Sericostoma) wohl, die Bioindikatoren für eine sehr gute Wasserqualität sind, (saprobieller Gewässergüte Index 1,5).

Durch ihren Quellreichtum und die damit verbundene gute Versorgung mit frischem Trinkwasser sind die Baumberge das am frühesten besiedelte Gebiet im Münsterland und der ganzen westfälischen Bucht.

Der Feuersalamander, der seinen Namen von dem auf der Haut brennenden Sekret erhalten hat, das er zu seiner Abwehr aus den Hautdrüsen ausscheiden kann, ist ein nahezu exotisch anmutender Bewohner der Baumberger Quellbäche. Seine Larven wachsen im sauberen Wasser der Quellbäche heran. Derzeit ist das Amphibium durch den die Salamander Pest verursachenden Pilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz B-sal, bedroht, der die empfindliche Haut des Lurches angreift und unter anderem die Hautatmung verhindert. Sporen, die in bereits befallenen Gebieten z.B. an Schuhsohlen haften bleiben, können durch Wanderer auch in die Schutzgebiete der Baumberge gelangen und  stellen damit eine große Bedrohung der gesamten Population dar. Es ist daher besonders wichtig, die ausgewiesenen Schutzgebiete nicht zu betreten.

Einen Eindruck aus dem Leben des nachtaktive Amphibiums gibt ein Film aus der Serie Erlebnis Naturerbe FILM erlebnis-naturerbe.de https://www.youtube.com/watch?v=1wTM3ITbyJ0