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Entstehungsgeschichte der Baumberge


Hier in den Baumbergen finden sich die jüngsten Gesteinsschichten des sogenannten Münsterländer Kreidebeckens. Sie wurden am Ende der Kreidezeit vor etwa 75 Millionen Jahren abgelagert, als die Landschaft von einem lichtdurchfluteten tropischen Meer gekennzeichnet war. In den Meeren herrschte reiches Tier- und Pflanzenleben. Über einen Zeitraum von 25 Millionen Jahren sammelten sich die Kalkschalen der abgestorbenen Tiere und Pflanzen auf dem Meeresboden an und mit ihnen alles, was von den umliegenden Festländern eingeschwemmt wurde: sandiges, kalkiges sowie toniges Material.

Im für die Baumberge wichtigen Zeitalter, dem Ober-Campan (der letzten Phase der Oberkreide), traten schließlich Veränderungen ein: das Meer verkleinerte sich, es bildeten sich lokale Senken und submarine Schwellen entstanden. Ganze Pakete von Ablagerungen aus den festlandnahen Bereichen und von den Schwellen rutschten in tiefere Teile des Meeres.

Versteinerter Ammonit im Giebel des heutigen AWO-Hauses in Darup, Foto: Naturschutzzentrum (Julia Neumann)Diese Schlammlawinen rissen auch Tiere und Pflanzen mit und lagerten sie in den Senken ab. In diesem Ablagerungsraum entstanden die Baumberger Gesteinsschichten. Die „verschütteten“ Pflanzen und Tiere versteinerten im Laufe der Zeit und sind noch heute in den Steinbrüchen während Führungen zu finden. Neben dem Baumberger Sandstein wurden gelegentlich auch die großen, versteinerten Ammoniten in die Häuser eingearbeitet.

Der Höhenrücken der Baumberge weist ein abwechslungsreiches Relief auf. Es zeugt von den alten Sandsteinbrüchen und Mergelkuhlen, die seit dem frühen Mittelalter zum Abbau des hellgrauen bis gelblichen, sandigen Kalkmergelsteins angelegt wurden. Der Baumberger Sandstein wurde zunächst für Kirchenbauten verwendet und erst ab etwa dem 14. Jahrhundert zunehmend auch für Höfe und Häuser genutzt. Verwendungsbeispiele sind die Schlösser Darfeld und Nordkirchen und in Münster die Fassaden am Prinzipalmarkt. Zahlreiche Bildstöcke, Fassaden, Fenster- und Türeinfassungen der Höfe im Münsterland sind durch den Sandstein geprägt. Von den ehemals fast 30 Steinbrüchen sind heute jedoch nur noch zwei in Betrieb.

 

Tipp:

Die besondere Geschichte des Baumberger Sandsteins und die Historie seines Abbaus sowie seiner kunstvollen Verwendung in Bauwerken weit über die Region hinaus präsentiert das Baumberger Sandstein-Museum in eindrucksvoller Weise in Havixbeck.