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André Stinka zu Besuch

25.07.2018
Bei einer kurzen Rast im Schatten wurden die einzelnen Blütenpflanzen des Spendersaums vorgestellt. Der bunte Strauß konnte sich durchaus sehen lassen. Foto: Silvia Sprenger. (Mitarbeiterin Stinka) (1)
Bei einer kurzen Rast im Schatten wurden die einzelnen Blütenpflanzen des Spendersaums vorgestellt. Der bunte Strauß konnte sich durchaus sehen lassen. Foto: Silvia Sprenger.

Am 23. Juli hatten wir Besuch von André Stinka, den wir über das Projekt "Kreis Coesfeld blüht auf - Vielfalt am Wegesrand" und über das LEADER-Projekt "Einsatzgruppe Naturschutz" informierten. Beide Projekte unterstützen den Erhalt der heimischen Flora und Fauna u.a. durch die richtige Pflege von Wegrändern und Mahdgutübertragung.

 

 

Unterwegs mit dem Naturschutzzentrum

Am Montag 23. Juli war André Stinka (Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz) im Rahmen seiner Sommerexkursion mit dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V. unterwegs. Begleitet von Peter Amadeus Schneider wurde ihm im Nonnenbachtal bei Nottuln u.a. das Kooperationsprojekt Einsatzgruppe Naturschutz vorgestellt.

Die Mitarbeiter des Naturschutzzentrums erklären André Stinka die Hintergründe der Mahdgutübertragung im Nonnenbachtal.„Die Einsatzgruppe Naturschutz ist eine Landschaftspflegegruppe am Alten Hof Schoppmann. Sie übernimmt unter fachlicher Steuerung durch das Naturschutzzentrum freiwillig Aufgaben zum Erhalt unserer Landschaft in der LEADER-Region Baumberge.“ erläuterte Thomas Zimmermann, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter des Naturschutzzentrums.

Die Teilnehmer der Sommerexkursion waren dabei, als unter Anleitung von Alexander Breitkopf eine sogenannte „Mahdgut-Übertragung“ stattgefunden hat. Mit seinen Mitarbeitern, die aus dem Arbeitsfeld des sozialen Trägers „Interkulturelle Begegnungsprojekte e.V.“ (IBP) stammen, wurde ein artenreicher Wegrand mit heimischen Blütenpflanzen (u.a. Wiesen-Flockenblume, Mittlerer Klee, Odermenning) gemäht und abgeräumt.

Die Feinarbeit erfolgt von Hand. Mitarbeiter der "Einsatzgruppe Naturschutz" verteilen das Mahdgut, in dem sich die Samen befinden, von Hand.Das Mahdgut dieser sogenannten „Spenderfläche“ wurde auf einer Empfängerfläche im benachbarten Naturschutzgebiet Nonnenbachtal wieder aufgebracht. Dort fallen die Samen der heimischen Pflanzen aus und keimen. Zukünftig reichern die lokalen Arten des gemähten Saums die „geimpfte“ Fläche an und werten sie auf. Zielsetzung ist hier die Förderung der artenreichen Glatthaferwiese, ein mittlerweile europaweit geschützter FFH-Lebensraumtyp, der auch in Coesfeld noch vorkommt, jedoch aufgrund der landschaftlichen Intensivierung mittlerweile nur noch an Säumen zu finden ist.

Auch André Stinka packte bei der Aktion mit an und verteilte das Mahdgut auf einer neuen Fläche. Dabei erläuterte Kerstin Wittjen, Botanikerin des Naturschutzzentrums, die Methodik der Mahdgut-Übertragung und betonte den Unterschied zur Nutzung der vorgefertigten Samentüten, die es derzeit fast überall zu erwerben gibt. „Wir werben im Kreis Coesfeld intensiv für die Mahdgut-Übertragung, weil sie wesentliche Vorteile gegenüber Regiosaatgut in Tüten bietet: In den vorhandenen Wegrändern wachsen bereits all die Pflanzen, die sich hier in Coesfeld seit Jahrhunderten an die Umweltbedingungen angepasst haben. Sie sind perfekt für unsere kleinräumige Region und können mit der Mahdgut-Übertragung gefördert werden! Auch müssen wir uns keine Gedanken über eine künstliche Auswahl oder Zusammensetzung der Arten in einer Tüte machen. Alles ist schon da! Die gewählten Naturräume für das Regiosaatgut sind hingegen so groß gewählt, dass z.B. Varianten der Wiesenflockenblume hier eingebracht werden, die nicht zu den Coesfelder Verhältnissen passen.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Frau Wittjen ansprach, ist die Übertragung der speziell an unsere heimischen Pflanzen angepasste Insektenwelt, die automatisch mit dem Mahdgut auf die „Spenderfläche“ gebracht werden.

Schweres Gerät wird von Landwirt Haarbeck mitgebracht. Mit dem Miststreuer bringt er auf seinen Vertragsnaturschutz-Flächen das wertvolle Mahdgut aus.Auch das Thema „Vertragsnaturschutz“ kam auf, als Landwirt Berthold Haarbeck mit seinem Sohn zeigte, wie Mahdgut-Übertragung großflächig umgesetzt werden kann. Auf den langjährig entwickelten Naturschutzflächen im Nonnenbachtal verteilte Haarbeck Junior mit dem Miststreuer das zuvor von einem artenreichen Saum geerntete Pflanzenmaterial.