Nordwestlich von Coesfeld bei Holtwick ist eine alte Flößwiese erhalten (ca. 4,2 ha). Sie stellt zwischen zwei Stauwehren des Holtwicker Baches einen intakten Flößbereich mit feuchtem Grünland und offenen Abzugsgräben dar und ist somit nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus kulturhistorischer Sicht von besonderer Bedeutung.
Innerhalb des Grünlandkomplexes stellt diese Wiese zwischen zwei Stauwehren einen intakten Flößbereich, mit feuchtem Grünland und offenen Abzugsgräben, dar. Dieser Bereich ermöglicht weiterhin die Durchführung und Veranschaulichung dieser historischen Wirtschaftsweise.
Flößwiesen waren früher für die feuchten Niederungen des Münsterlandes eine typische Form der Grünlandbewirtschaftung. Die tiefer liegenden Auenwiesen wurden durch Einstau der Bäche regelmäßig überflutet („geflößt“) und somit gedüngt. In den Wiesen wurden Quer- und Abzugsgräben angelegt, so dass ein leiterartiges Gewässersystem entstand. Im Bach wurden regulierbare Stauanlagen eingebaut. Mit der Entwicklung des Kunstdüngers und der allgemeinen Intensivierung der Landwirtschaft wurden die alten Flößwiesen weitgehend zurückgebaut. Reste dieses historischen Bewässerungs- und Düngesystems sind im Kreis Coesfeld ferner noch am Karthäuser Mühlenbach und bei Haus Stapel erhalten. Für die Burg Vischering nimmt man ebenfalls ein ehemaliges Flößwiesensystem an.
Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Erhaltung von Lebensgemeinschaften und Biotopen bestimmter wildlebender Tier- und Pflanzenarten. Als Lebensgemeinschaft und Lebensstätte: Feuchtgrünland, Gehölze und Bach.
Lage: Gemeinde Rosendahl, Kreis Coesfeld
Fläche: 4,20 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG)
Schutz seit: 2003
Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
