Gemeinde Billerbeck / Bombecker Aa

Das Waldgebiet der Bombecker Aa liegt am Fuße der Baumberge zwischen Billerbeck und Havixbeck. Wie die Baumberge gehört es naturräumlich zum Coesfelder Hügel- und Bergland. Das rund 150 Hektar große Naturschutzgebiet umfasst einen flachwelligen Geländeausschnitt, der zentral von dem als Kerbtal eingetieften Bachlauf der Bombecker Aa durchzogen wird. Parallel in nordöstlicher Richtung verlaufen drei weitere, ebenfalls kerbtalförmige Quellbachtäler. Ihnen fließen weitere, kleinere Quellbäche zu. An den Hängen und in den Bachsohlen sind zahlreiche meist schwach schüttende Sturzquellen ausgebildet. Eine Besonderheit im Bachlauf der Bombecker Aa sind die Kalktuffquellen, die sich an mehreren Stellen befinden und für die typischen Kalktuff-Terrassen im Bachlauf gesorgt haben. Die welligen Hügel des Gebiets aus Mergel- und Mergelkalkstein weisen große, zusammenhängende und artenreiche Waldmeister-Buchenwaldbestände (Galio-Fagetum) in verschiedenen Altersstufen auf. Die schmalen Uferzonen der Bombecker Aa sind durch alte Silberweiden (Salix alba) sowie Erlen-Eschen-Bestände (Pruno-Fraxinetum) charakterisiert.

Ein Relikt aus dem Mittelalter ist eine etwa 700 Meter lange Landwehr. Sie wurde einst als Schutzwall zur Verstärkung der Gemarkungsgrenze aufgeschüttet. Heute stehen zahlreiche Gehölze auf der Landwehr. Aufgrund der großen Waldmeister-Buchenwaldbestände sowie der Quellbäche mit ihren Kalktuffquellen und -terrassen wurde das Gebiet Bombecker Aa als FFH-Gebiet gemeldet. Im Rahmen von NATURA 2000 stehen als Schutz- und Entwicklungsziele die naturnahe Waldbewirtschaftung sowie der Schutz der Quellen im Vordergrund. Zur Erhaltung des Quellbachs sind mittel- bis langfristige Nutzungsextensivierungen im Einzugsgebiet der Bombecker Aa erforderlich.

Kalktuffquellen am Fuße der Baumberge
Laut Beyer (1992) sind Kalktuff-Terrassen in der westfälischen Bucht nirgends so deutlich ausgeprägt wie in der Bombecker Aa. Sie entstehen dort, wo aus nahegelegenen (Kalktuff-) Quellen kalkreiches Wasser austritt. Der Kalk, genauer Calciumcarbonat (CaCO₃), umkrustet Äste, Blätter und Algen. So entstehen quer im Bach verlaufende Bänke (ähnlich Treppenstufen) aus hartem, porösem Kalktuff. Dieser bietet wiederum wertvollen Lebensraum für eine an diese Bedingungen angepasste Quellfauna (Feest, 1983). Die kleinräumigen Geotope sind gesetzlich geschützt. Sie dürfen nicht betreten werden!

Beyer, H. (1992): Die Baumberge - Landschaftsführer des westfälischen Heimatbundes, Heft 8. Fachstelle Geographische Landeskunde des westf. Heimatbundes, Wolfgang Feige (Hrsg.). Aschendorff-Verlag Münster, 104 S.

Im Gebiet soll durch naturnahe Waldbewirtschaftung und Quellschutzmaßnahmen der Buchenwald-Quellbachkomplex erhalten und weiter entwickelt werden. Zur Erhaltung der im Naturraum sehr seltenen Ausprägung und Qualität des Fließgewässersytems sind mittel- bis langfristige Nutzungsextensivierungen im Einzugsgebiet der Bombecker Aa erforderlich

Gefährdungen:

  • Änderung des hydrologischen Regimes und Funktion
  • Aufforstung
  • nicht bodenständige Gehölze

Maßnahmen:

  • dynamisches Altholzkonzept
  • Einzelbäume, Baumgruppe pflegen
  • Erhaltung der Gewässer
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung der Überschwemmungsdynamik
  • Erhaltung kulturhistorischer Strukturen

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Lage: Gemeinde Billerbeck, Kreis Coesfeld
Fläche: rund 185,60 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG) und Teil des FFH-Gebiets „Bombecker Aa“ (DE 4010-301)
Schutz seit: 1993

Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Die zahlreichen Quellbäche sind vor allem für den Feuersalamander (Salamandra salamandra) als Fortpflanzungsgewässer von großer Bedeutung. Im NSG Bombecker Aa kommt eine der größten Flachlandpopulationen des Feuersalamanders in Nordrhein-Westfalen mit schätzungsweise mehr als 10.000 Tieren vor. Weitere faunistische Besonderheiten sind der Schwarzspecht (Dryocopus martius) und mehrere Fledermausarten, darunter der Große Abendsegler (Nyctalus noctula), die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii). Im Naturschutzgebiet konnten auch Winterquartiere für die Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus), die Fransenfledermaus (Myotis nattereri) und die Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) nachgewiesen werden.

Das rund 150 ha große Naturschutzgebiet umfasst einen flachwelligen Geländeausschnitt, der zentral von dem als Kerbtal eingetieften Bachlauf der Bombecker Aa durchzogen wird. Drei weitere, ebenfalls kerbtalförmige Quellbachtäler verlaufen parallel in nordöstlicher Richtung. Ihnen fließen z.T. weitere, kleinere Quellbäche zu. An den Hängen und in den Bachsohlen sind zahlreiche, meist schwach schüttende Sturzquellen ausgebildet. Eine Besonderheit im Bachlauf der Bombecker Aa stellen die an mehreren Stellen vorhandenen Kalktuffquellen dar, durch die sich im Bachlauf typische Kalktuff-Terrassen ausbilden konnten. 

NATURA 2000 ist ein europaweites Netzwerk von Schutzgebieten, das eingerichtet wurde, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume in Europa langfristig zu erhalten. Es ist das größte zusammenhängende Schutzgebietssystem der Welt und basiert auf der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) (1992).
FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) sind spezielle Schutzgebiete, die im Rahmen von NATURA 2000 ausgewiesen worden sind. Der Begriff stammt aus den entsprechenden EU-Richtlinien, die auf den Schutz von besonders wertvollen Lebensräumen (z. B. Wälder, Moore, Wiesen) sowie gefährdeten Tier- und Pflanzenarten abzielt.
 

Das FFh-Gebiet umfasst 149 ha.