Gemeinde Coesfeld / Heidesee

Das NSG Heidesee liegt etwa 3 km südwestlich der Stadt Coesfeld im Kiefernwaldgebiet Hünsberg-Monenberg. Zentrales Strukturelement des rund 5 ha großen Schutzgebietes ist ein Moorgewässer, das sich in einer eiszeitlich entstandenen Ausblasungssenke auf Flugsanddecken gebildet hat. Der geologische Untergrund besteht aus Halterner Sanden mit einer wasserundurchlässigen Ortsteinschicht.

Die Sukzession des Moorgewässers ist weit fortgeschritten. Ein schmaler Flatterbinsen-Saum bildet das Randlagg, während etwa zwei Drittel der Wasserfläche von Schwingrasen mit Übergangs- und Hochmoorvegetation eingenommen werden. Der große Schwingrasen am Ostrand des Gewässers wird von torfmoosreichen Wollgrasbeständen (Sphagnum-fallax-Eriophorum-angustifolium-Gesellschaft) dominiert. Hier treten auch Initialstadien der Hochmoor-Bultgesellschaft (Erico-Sphagnetum magellanici) auf. Der Bestand des Moor-Bärlapps (Lycopodiella inundata) stellt den derzeit größten im Kreis Coesfeld dar. Nordwestlich des Gewässers schließt sich ein kleinflächiger Moorwald an. Der Heidesee besitzt faunistische Bedeutung als Lebensraum für Wasservögel, Libellen sowie als Laichgewässer des Moorfrosches (Rana arvalis).

Das Umfeld des Heideweihers bilden großflächige Trockene Heiden mit Besenheide (Calluna vulgaris) sowie ufernah Feuchtheiden mit Glockenheide (Erica tetralix). Bemerkenswert ist das Vorkommen zahlreicher Tierarten offener, besonnter Sandböden, darunter Sandlauf- und Stierkäfer, Solitärbienen, Gefleckte Keulenschrecke, Ameisenlöwen, Kleiner Feuerfalter sowie Reptilien wie Waldeidechse und Blindschleiche. Entlang der Norduferseite werden die Trockenen Heiden zum Moorgewässer hin von Feuchtheidefragmenten abgelöst.

Bei dem Moorgewässer handelt es sich um einen besonders empfindlichen Lebensraum, der in der Vergangenheit durch den hohen Freizeitdruck beeinträchtigt wurde. Bitte betreten Sie das Gebiet also nicht! Von einem Rundweg aus haben sie Einblick, ohne zu stören. Rundweg etwa 1 km sowie zahlreiche Spazierwege im angrenzenden Waldgebiet.

Erhaltung und Entwicklung hochgradig gefährdeter Pflanzengesellschaften der Moore und Heiden.

Gefährdungen:

  • nicht bodenständige Gehölze (FW) (Kiefern)
  • Störungs-, Eutrophierungszeiger (Brombeere, Späte Traubenkirsche)
  • unerwünschte Sukzession (Verbuschung)

Maßnahmen:

  • Abplaggen, Heidemahd und entkusseln
  • Beseitigung von Gehölzen
  • Jagdausübung beschränken
  • NSG-Erweiterung / vertragliche Regelung
  • Vegetationskontrolle

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Mit Unterstützung der Einsatzgruppe Vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V. werden die Schwingrasenflächen regelmäßig von den aufkommenden Gehölzen befreit. Zur Pflege der Heideflächen wird das Gebiet seit Mitte der 1980er Jahre einige Wochen im Jahr mit extensiven Schafrassen (Heideschnucken, Rauwolliges Pommersches Landschaf) in Anlehnung an den Vorgaben des Vertragsnaturschutzes beweidet. 

Lage: Gemeinde Coesfeld, Kreis Coesfeld
Fläche: 5,20 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG)
Schutz seit: 2004

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Eigentümer: Kreis Coesfeld

Betreuung: Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V.

Innerhalb der Verlandungszone des Heideweihers kommen Torfmoose (Sphagnum fallax, Sphagnum cuspidatum), Schnabelsegge (Carex rostrata), Wollgräser (Eriophorum angustifolium, Eriophorum vaginatum), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia), Sumpf-Bärlapp (Lycopodiella inundata) und Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) vor. Auch seltene Laubmoosarten wie Calliergon stramineum oder Aulacomnium palustre sind hier zu finden. 

In den trockeneren Randbereichen kommt auf offenen Sandflächen die gefährdete Pioniergesellschaft des Frühen Schmielenhafers (Airetum praecocis) vor. Bemerkenswert sind auch die typischen Tierarten der offenen und besonnten Sandböden. Im Gebiet sind zum Beispiel Sandlaufkäfer, Solitärbienen, Heuschrecken (u.a. Gefleckte Keulenschrecke Myrmeleotettix maculatus), Ameisenlöwen (die Larve der Ameisenjungfer), Tagfalter (z.B. Kleiner Feuerfalter, Lycaena phlaeas) und Reptilien (Waldeidechse Zootoca vivipara, Blindschleiche Anguis fragilis) nachgewiesen. Nach Beobachtungen aus den letzten Jahren nutzen Krickenten und Zwergtaucher das Gewässer zur Brut. Am Ufer des Sees fliegt in den Sommermonaten die Torf-Mosaikjungfer (Aeschna juncea).