Der Waldkomplex des NSG Ichterloh liegt in leichter Kuppenlage zwischen 70 und 90 Metern über NN nördlich des kleinen Dorfes Capelle. Er ist geprägt von großflächigen, anspruchsvollen und artenreichen Buchenwäldern (Galio-Fagetum) auf basischen, teils kalkreichen Böden. Vor allem im Zentrum des Gebiets treten kreidezeitliche Kalk-Mergelschichten an die Bodenoberfläche. Auf ihnen haben sich (Pseudogley-)Rendzina- und (Pseudogley-)Braunerde-Böden gebildet, die dem Waldmeister-Buchenwald gute Wuchsbedingungen bieten. Auf den angrenzenden, schwereren und im Winter sehr nassen Lehmböden – insbesondere an den unteren Hängen und Hangfüßen – ist der Waldkomplex, wie auch im benachbarten NSG Hirschpark Nordkirchen, von Stieleichen-Hainbuchenwald-Beständen (Stellario-Carpinetum) geprägt. Vielfach sind Übergänge zwischen beiden Waldgesellschaften vorhanden. Einige Waldparzellen sind forstlich stärker überformt und durch Eschen-, nicht heimische Pappel-, Roteichen- und Fichtenbestände gekennzeichnet.
Das NSG Ichterloh umfasst einen über 200 Hektar großen, zusammenhängenden Waldkomplex und bildet zusammen mit dem NSG Hirschpark Nordkirchen das FFH-Gebiet „Wälder Nordkirchen”. Wichtige naturschutzfachliche Entwicklungsziele sind der Erhalt und die Optimierung der standorttypischen Laubwälder sowie das Belassen ökologisch wertvoller, alter und abgestorbener Einzelbäume in den Beständen. Alte, natürlich absterbende Bäume sind für Vögel und Fledermäuse (u. a. Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler, Zwergfledermaus) als Horst- und Höhlenbäume unerlässlich. Zudem bieten sie ein vielfältiges Lebensraumspektrum für Insekten sowie viele spezialisierte Pilz- und Moosarten. Darüber hinaus steht die Entwicklung naturnaher Waldränder und Saumstrukturen im Vordergrund, die sich aufgrund der kalkreichen Böden als sehr artenreich erweisen.
Das Naturschutzgebiet Ichterloh dient dem Erhalt und der naturnahen Entwicklung artenreicher Laubwälder im südlichen Münsterland.
Zentrale Ziele sind:
- die Förderung der typischen Buchenwälder auf kalkreichen Böden (Galio-Fagetum),
- der Erhalt der Stieleichen-Hainbuchenwälder an den feuchteren Hangbereichen,
- der Schutz seltener Orchideenarten und anderer kalkliebender Pflanzen,
- die Sicherung alter Baumstrukturen und Höhlenbäume als Lebensräume für Fledermäuse, Vögel und Insekten,
- sowie die Entwicklung strukturreicher Waldränder und artenreicher Saumgesellschaften.
Lage: nördlich von Capelle, Gemeinde Nordkirchen, Kreis Coesfeld
Fläche: rund 200 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG) und Teil des FFH-Gebiets „Wälder Nordkirchen“ (DE-4108-301)
Schutz seit: 1993
Eigentum: Land Nordrhein-Westfalen (seit 2004) / Landesbetrieb Wald und Holz NRW
Betreuung: Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V.
Die artenreiche Krautschicht der Buchenwälder bietet einer Vielzahl von Pflanzen, Insekten und Pilzen Lebensraum. Alte und absterbende Bäume bleiben bewusst im Bestand, da sie als Höhlen- und Brutbäume für Fledermäuse, Spechte und andere Vögel unersetzlich sind.
Insgesamt wurden im NSG Ichterloh sechs Amphibienarten nachgewiesen – darunter der gefährdete Kammmolch (Triturus cristatus), der in eigens angelegten Kleingewässern ideale Bedingungen findet.
Besonders hervorzuheben sind:
- Pflanzen: Orchideen (u.a. Orchis pupurea, Neottia nidus-avis), Geophyten
- Tiere: Großer Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus, verschiedene Spechtarten, Kammmolch, Laubfrosch
- Lebensräume: Waldmeister-Buchenwald, Stieleichen-Hainbuchenwald, Kleingewässer, strukturreiche Waldränder
Der über 200 Hektar große Waldkomplex liegt in einer sanften Hügellandschaft zwischen 70 und 90 Metern über dem Meeresspiegel – eingebettet in der „Schlösserachse“ zwischen Nordkirchen und Capelle. Im Zentrum des Gebiets treten Kalk-Mergelschichten aus der Kreidezeit an die Oberfläche. Diese Böden bieten ideale Bedingungen für den Waldmeister-Buchenwald, der hier ausgedehnte Bestände bildet. An den unteren, feuchteren Hanglagen geht dieser Waldtyp allmählich in Eichen-Hainbuchenwälder über. Dieses Nebeneinander unterschiedlicher Waldgesellschaften macht das NSG Ichterloh zu einem ökologisch sehr vielfältigen Lebensraum.
In einigen Bereichen finden sich noch Spuren früherer forstlicher Nutzung – etwa kleinere Parzellen mit Eschen, Roteichen oder Pappeln. Heute steht die Entwicklung der natürlichen Laubwälder im Vordergrund, mit dem Ziel, den Anteil der Rotbuchen und Eichen wieder zu erhöhen und alte Baumstrukturen langfristig zu erhalten.
NATURA 2000 ist ein europaweites Netzwerk von Schutzgebieten, das eingerichtet wurde, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume in Europa langfristig zu erhalten. Es ist das größte zusammenhängende Schutzgebietssystem der Welt und basiert auf der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) (1992).
FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) sind spezielle Schutzgebiete, die im Rahmen von NATURA 2000 ausgewiesen worden sind. Der Begriff stammt aus den entsprechenden EU-Richtlinien, die auf den Schutz von besonders wertvollen Lebensräumen (z. B. Wälder, Moore, Wiesen) sowie gefährdeten Tier- und Pflanzenarten abzielt.
Das FFH-Gebiet "Wälder Nordkirchen" ist 326 ha groß und setzt sich zusammen aus dem NSG Hirschpark Nordkirchen und dem NSG Ichterloh.



















