Gemeinde Lüdinghausen / Wacholderhain

Das 2,1 Hektar große, seit 1939 bestehende NSG Wacholderhain ist durch ein welliges Dünengelände mit undurchdringlichen, überalterten Wacholderbeständen geprägt. Das Gelände ist von Kiefernforsten und einem Birkenbruchwald umschlossen. Aus einem Gutachten aus dem Jahr 1973 (Runge) geht hervor, dass in den Dünentälern noch Moorvegetation vorkam. Auf den Dünenkuppen waren Sandtrockenrasen mit Silbergras (Corynephorus canescens), Frühlings-Spörgel (Spergula morisonii) und Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) ausgebildet. Die schüttere, auf den ersten Blick unscheinbare Pflanzengesellschaft ist langfristig auf wiederkehrende Störungen, d.h. auf Offenlegen des Sandbodens angewiesen. Sie setzt sich aus Spezialisten zusammen, die mit den extremen Lebensbedingungen (bewegte Sande, hohe Temperaturen, Wasser und Nährstoffmangel) zurechtkommen. Aufgrund fehlender Nutzung bzw. Störung sind die Sandtrockenrasen auf den Dünenkuppen von Wacholdergebüschen überwachsen worden.

Besucher in den Borkenbergen

Achtung Betretungsverbot!
Der ehemalige Truppenübungsplatz Borkenberge ist munitionsbelastet und darf nicht betreten werden! Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich geahndet.

Wanderer und Radfahrer werden auf einem befestigten Rundweg um die sensible Kernzone des Gebietes herumgeführt. Dieser Weg darf – schon aus Sicherheitsgründen – nicht verlassen werden.
 

  • Erhaltung und Entwicklung der Lebensgemeinschaften und Lebensstätten gefährdeter
    wild wachsender Pflanzenarten
  • Erhaltung von geomorphologisch bedeutsamen Binnendünen,
  • Als Bestandteil einer landes- und europaweit bedeutsamen Biotopverbundachse der
    Moore und Feuchtwiesen im südlichen Münsterland mit ausgedehnten Heide- und
    Trockenrasenflächen, die als bedeutende Trittsteine für extrem anspruchsvolle Tier-
    und Pflanzenarten der extensiv genutzten Offenlandbereiche dienen

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Lage: Gemeinde Lüdinghausen, Kreis Coesfeld

Fläche: 2,10 Hektar

Schutzstatus: 

  • Naturschutzgebiet (NSG)
  • Teil des FFH-Gebiets Truppenübungsplatz Borkenberge (DE-4209-304)
  • Teil des EU-Vogelschutzgebietes (VSG) “Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge” (DE-4108-401)

Schutz seit: 1939

seit 2016 Teil der DBU-Naturerbefläche “Borkenberge”

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

  • Wacholderbestände mit Calluna-Heiden (FFH-LRT 5130)
  • Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Heidelerche (Lullula arborea)

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

NATURA 2000 ist ein europaweites Netzwerk von Schutzgebieten, das eingerichtet wurde, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume in Europa langfristig zu erhalten. Es ist das größte zusammenhängende Schutzgebietssystem der Welt und basiert auf der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) (1992).
FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) sind spezielle Schutzgebiete, die im Rahmen von NATURA 2000 ausgewiesen worden sind. Der Begriff stammt aus den entsprechenden EU-Richtlinien, die auf den Schutz von besonders wertvollen Lebensräumen (z. B. Wälder, Moore, Wiesen) sowie gefährdeten Tier- und Pflanzenarten abzielt.
 

Das FFH-Gebiet hat eine Fläche von 1716 ha.

Das 5.077 ha große EU-Vogelschutzgebiet „Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge“ (VSG  DE-4108-401) befindet sich im Grenzbereich des Kernmünsterlandes zum Westmünsterland und setzt sich aus mehreren Teilgebieten zusammen. Das Vogelschutzgebiet liegt zu etwa gleich großen Teilen in den Kreisen Borken, Coesfeld und Recklinghausen. Es wird naturschutzfachlich von drei Biologischen Stationen betreut, dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, der Biologischen Station Zwillbrock (Kreis Borken) und der Biologischen Station Kreis Recklinghausen.
Das Vogelschutzgebiet gilt seit seiner Meldung durch die Bundesrepublik Deutschland an die EU-Kommission im Jahr 2000 als „Besonderes Schutzgebiet“ (BSG = Special Protected Area - SPA) und ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes NATURA 2000.

Das Vogelschutzgebiet hat besonderen Wert als Lebensraum für folgende Vogelarten:

Brutvogelarten:

  • Großer Brachvogel
  • Zwergtaucher
  • Kiebitz
  • Eisvogel
  • Krickente
  • Knäckente
  • Löffelente
  • Schnatterente
  • Tafelente
  • Uhu
  • Baumfalke
  • Rotmilan
  • Wespenbussard
  • Kranich
  • Heidelerche
  • Pirol
  • Wachtelkönig
  • Wasserralle
  • Kiebitz
  • Blaukehlchen
  • Gartenrotschwanz
  • Nachtigall
  • Schwarzkehlchen
  • Teichrohrsänger
  • Bekassine
  • Uferschnepfe
  • Mittelspecht
  • Schwarzspecht
  • Wiesenpieper
  • Weißstorch
  • Neuntöter
  • Ziegenmelker

Rast- und Überwinterung, Durchzug:

  • Blässgans
  • Saatgans
  • Fischadler
  • Kornweihe
  • Rohrweihe
  • Fischadler
  • Kranich
  • Goldregenpfeifer
  • Rohrdommel
  • Gänsesäger
  • Zwergsäger
  • Bruchwasserläufer
  • Dunkler Wasserläufer
  • Grünschenkel
  • Kampfläufer
  • Waldwasserläufer
  • Zwergschnepfe
  • Trauerseeschwalbe
  • Schwarzstorch
  • Weißstorch
  • Raubwürger
  • Silberreiher

Informationsquellen:
Olthoff, M., Ikemeyer, D., Ribbrock, N. & T. Zimmermann (2007): Das EU-Vogelschutzgebiet „Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge“. In: Heineberg, H. (Hrsg.): Westfalen Regional. Siedlung und Landschaft in Westfalen 35: 62-63.
Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Vogelschutzgebiet Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge (VSG DE-4108-401), östlicher Teil
Vogelschutzgebiet Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge (VSG DE-4108-401), westlicher Teil