Der Truppenübungsplatz Haltern gehört mit seinen Heiden, Sandtrockenrasen und Mooren zu den wertvollsten Naturlandschaften Nordrhein-Westfalens. Bedingt durch die seit 1873 andauernde Nutzung als Schieß- bzw. militärischer Übungsplatz konnte sich hier ein großflächiger Ausschnitt einer halboffenen Heide- und Moorlandschaft erhalten, wie sie für die vorindustrielle Kulturlandschaft des Münsterlandes einst charakteristisch war. In der hügeligen Sandlandschaft finden zahlreiche gefährdete Arten einen wichtigen Rückzugsraum.
Nach einer über 140 Jahre andauernden militärischen Nutzung endete diese mit dem Abzug der britischen Rheinarmee am 31.05.2015. Ein Großteil der Liegenschaft wurde am 17.06.2015 ins Nationale Naturerbe übertragen. Diese wertvollen Naturflächen sind somit dauerhaft gesichert.
Im April 2016 haben das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld sowie die Biologische Station Kreis Recklinghausenund die Biologische Station Zwillbrock eine Karte mit den naturschutzfachlichen Zielen für die Borkenberge erarbeitet. Zentrales Element ist das Projekt „Westfalens Wilder Westen“, das eine ganzjährige einer rund 550 Hektar großen Fläche mit Megaherbivoren vorsieht, vornehmlich Wisent, Heckrind, Wildpferd und Rotwild (Olthoff et al. 2016). Die artspezifischen Fraß- und Bewegungsmuster dieser Tierarten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Offenhaltung der sandgeprägten Lebensräume sowie zur Sicherung und Förderung ihrer charakteristischen Lebensgemeinschaften. Ergänzend zur Beweidung kommen weitere Pflegemaßnahmen zum Einsatz. Dazu gehören Entkusselung, Heidebrennen sowie eine gezielte Befahrung der Sandwege mit schweren Fahrzeugen im Rahmen von Übungseinsätzen der Blaulichtorganisationen (Technisches Hilfswerk, Polizei, Feuerwehr). Diese Maßnahmenkombination stellt eine effektive Strategie zur langfristigen Erhaltung und Entwicklung der Sandlebensräume dar. Neben einer erwarteten Zunahme der Biodiversität eröffnet das Konzept die Möglichkeit, das Gebiet für einen naturverträglichen Erlebnistourismus zugänglich zu machen und zugleich illegale Nutzungen wie das Motocross-Fahren wirksam zu unterbinden. Zu den prioritären naturschutzfachlichen Zielsetzungen zählen neben dem Erhalt und der Optimierung Heidelandschaft auch die Förderung strukturreicher Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland sowie die Verbindung einzelner isolierter Lichtungen mit dem zentralen Offenland durch geeignete Korridore.
Basierend auf der langjährigen Gebietsbetreuung haben die Biologischen Stationen für die beiden Teilgebiete Borkenberge und Lavesum Naturschutzzielkarten entwickelt. Hierin werden auf Grundlage der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit des Gebietes Vorschläge für die Entwicklung von Zielbiotopen und Zielarten gemacht..







