Im Rahmen einer aktuellen Biodiversitätsstudie auf der DBU-Naturerbefläche Borkenberge (Kreise Coesfeld und Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen) wurde jetzt eine weltweit neue Fliegenart entdeckt. Sie trägt den Namen Megaselia heimingshofensis und wurde durch den Wissenschaftler Valerio Caruso vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart und weiteren Kollegen in einer Fachzeitschrift beschrieben. Die unscheinbare Art ist benannt nach ihrem Hauptfundort, dem kleinen Heimingshofmoor am Südrand der Borkenberge.
Entdeckt wurde die kleine Art im Rahmen einer zurzeit stattfindenden Biodiversitätsstudie, die der Biologe Karsten Hannig und das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e. V. in Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Fachleuten durchführen. Die Wissenschaftler untersuchen, wie sich der Zustand von Arten und Lebensräumen zehn Jahre nach Abzug des britischen Militärs im Jahr 2015 entwickelt hat. Großflächige und unzerschnittene Naturgebiete wie die Borkenberge, in denen auf den Einsatz von Dünger und Pestiziden verzichtet wird, sind von herausragender Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität. Dies gilt insbesondere auch für die Insektenwelt, die stark unter der Lebensraumzerstörung und dem Einsatz von Pestiziden in der Normallandschaft leidet.
Die Offenhaltung der Heide- und Moorlebensräume in den Borkenbergen ist besonders wichtig, da hier zahlreiche gefährdete Arten beheimatet sind. Notwendige Projekte zum Erhalt der wertvollen Heidelandschaft in den Borkenbergen - wie das seit Jahren geplante Großbeweidungsprojekt „Westfalens Wilder Westen“ - lassen jedoch noch immer auf sich warten. Gemeinsam mit dem DBU Naturerbe, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Flächeneigentümerin der Borkenberge, wird das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld jetzt Anstaumaßnamen zur Sicherung und Optimierung des Wasserhaushaltes im Heimingshofmoor durchführen. Hiervon profitieren nicht nur die neu entdeckte, unscheinbare Insektenart und viele andere moorspezifische Pflanzen- und Tierarten, sondern letztendlich auch der Mensch. Moorvernässungen stellen aufgrund der langfristigen Speicherung von Kohlenstoff im Boden eine der effektivsten Maßnahmen im Klimaschutz dar.

