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DBU übernimmt große Teile des ehemaligen TÜP

BILD von links nach rechts:
Bodo Klimpel (Bürgermeister Haltern), Johannes Remmel (Umweltminister NRW), Dr. Barbara Hendricks (Bundesumweltministerin), Dr. Heinrich Bottermann (DBU-Generalsekretär), Jens Spahn (parlamentarischer Staatssekretär) und Cajus Caesar (Vorsitzender des DBU Naturerbe-Beirates)




DBU übernimmt große Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes Haltern

Mit der Vertragsunterzeichnung am 28.10.2016 in Haltern übernimmt die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die DBU Naturerbe GmbH, neben anderen Naturflächen in Deutschland große Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes Haltern. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 werden in den Platzteilen Borkenberge (1.570 ha) und Lavesum (330 ha) wertvolle Naturflächen langfristig gesichert. Mit Ihren Unterschriften besiegelten Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, der parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn, Cajus Caesar als Vorsitzender des DBU Naturerbe-Beirates sowie DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann die Übertragung.

Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld begrüßt diese Entscheidung. In enger Zusammenarbeit haben die Biologische Station Kreis Recklinghausen, die Biologische Station Zwillbrock und das Naturschutzzentrum für die gesamte Kulisse des ehemaligen Truppenübungsplatzes die Projektidee „Westfalens Wilder Westen“ » (Publikation "Natur in NRW") [1.469 KB] entwickelt. Kernpunkt dieser Projektidee ist die Beweidung großer Bereiche mit Wildtieren.







Naturschutzziele für den ehemaligen Truppenübungsplatz Haltern


Naturschutzzielkarte Borkenberge


Naturschutzzielkarte Lavesum



Eine Projektidee für den ehemaligen Truppenübungsplatz Haltern - "Westfalens Wilder Westen"

Der Truppenübungsplatz Haltern mit seinen beiden Teilen Borkenberge und Lavesum ist Geschichte. Nach einer über 140 Jahre andauernden militärischen Nutzung endete diese mit dem Abzug der britischen Rheinarmee am 31.05.2015. Ein Großteil der Liegenschaft wurde am 17.06.2015 ins Nationale Naturerbe übertragen. Diese wertvollen Naturflächen sind somit dauerhaft gesichert. Auf den übrigen Flächen erfolgt zurzeit eine juristische Prüfung von Rückübertragungsansprüchen seitens Alteigentümer.

Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, die Biologische Station Kreis Recklinghausen und die Biologische Station Zwillbrock haben für das Gesamtgebiet die Projektidee „Westfalens Wilder Westen“ entwickelt, mit der die wertvolle Heide- und Moorlandschaft erhalten und der Bevölkerung naturverträglich nahe gebracht werden soll.

Die drei Biologischen Stationen setzen sich für die Erhaltung und Entwicklung dieses einzigartigen münsterländischen Naturerbes ein. In den Borkenbergen könnten in Zukunft heimische Großwildtiere wie Wisent, Rotwild und Wildpferd grasen und wertvolle Lebensräume offen halten. Im Teilgebiet Lavesum bietet sich die Möglichkeit, neben Wildtieren auch Nutztiere zur Gestaltung der Landschaft einzusetzen.

Basierend auf der langjährigen Gebietsbetreuung haben die Biologischen Stationen für die beiden Teilgebiete Borkenberge und Lavesum Naturschutzzielkarten entwickelt. Hierin werden auf Grundlage der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit des Gebietes Vorschläge für die Entwicklung von Zielbiotopen und Zielarten gemacht.


» Naturschutzzielkarte Borkenberge [1.138 KB]
» Naturschutzzielkarte Lavesum [981 KB]




Bärbel Höhn informiert sich über Westfalens Wilden



Die Abgeordnete des Bundestages für die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und ehemalige NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn informierte sich an der Biologischen Station Kreis Recklinghausen über den ehemaligen Truppenübungsplatz Haltern. Mitarbeiter der drei Biologischen Stationen (Biologische Station Kreis Recklinghausen, Naturschutzzentrum Coesfeld, Biologische Station Zwillbrock) erläuterten ihr Projekt » "Westfalens Wilder Westen" [915 KB] mit dem sie die hohe Arten- und Lebensraumvielfalt des ehemaligen Truppenübungsplatzes erhalten wollen. Mittlerweile sind etwa 2/3 des Gebietes nach Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages vom 17.6.2015 als Nationales Naturerbe ausgewiesen worden. Damit sind sie als dauerhafte Naturschutzfläche gesichert. Die Flächen des Nationalen Naturerbes werden aller Voraussicht nach der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übertragen, die bereits viele Naturerbeflächen im Osten der Bundesrepublik verwaltet. In ihrer Funktion als Kuratoriumsmitglied der DBU ist Frau Höhn besonders über Naturerbeflächen in Nordrhein-Westfalen erfreut. Im Gegensatz zum Osten der Bundesrepublik gibt es in Nordrhein-Westfalen Biologische Stationen, die als professionelle Naturschutzeinrichtungen Gebietsbetreuung betreiben. Frau Höhn und die Vertreter der Biologischen Stationen waren sich darüber einig, dass für den Erhalt und die Entwicklung des wertvollen Naturerbes im Münsterland die Zusammenarbeit von DBU und den seit vielen Jahren in den Gebieten arbeitenden Biologischen Stationen ein Gewinn sein wird.


Borkenberge jetzt "Nationales Naturerbe"



Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld begrüßt die Ausweisung von über 30.000 Hektar ehemaliger Militärflächen als „Nationales Naturerbe“ durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 17.06.15. Auf diesen bundeseigenen Flächen hat in Zukunft der Naturschutz höchste Priorität.

Zum „Nationalen Naturerbe“ gehören auch große Teile des ehemaligen Truppenübungsplatzes Haltern mit seinen Teilen Borkenberge (1783 Hektar) und Lavesum (390 Hektar).

Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld hat gemeinsam mit der Biologischen Station Kreis Recklinghausen und der Biologischen Station Zwillbrock das Konzept » „Westfalens Wilder Westen“ [915 KB] entwickelt, mit dem die wertvollen Heide- und Moorlebensräume mit ihren seltenen Bewohnern erhalten werden können. Ein wesentlicher Baustein dieses Konzeptes ist die Beweidung mit großen Weidetieren wie Wisent, Rotwild und Wildpferd. Im Rahmen einer naturverträglichen Besucherlenkung sollen die einzigartigen Naturflächen für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden.



Militärische Nutzung und Biologische Vielfalt



Der vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V. betreute Truppenübungsplatz Borkenberge liegt in den Kreisen Coesfeld und Recklinghausen. Er gehört mit seinen Heiden, Sandtrockenrasen und Mooren zu den wertvollsten Naturlandschaften Nordrhein-Westfalens. Bedingt durch die seit 1873 andauernde Nutzung als Schieß- bzw. militärischer Übungsplatz konnte sich hier ein großflächiger Ausschnitt einer halboffenen Heide- und Moorlandschaft erhalten, wie sie für die vorindustrielle Kulturlandschaft des Münsterlandes einst charakteristisch war. In der etwa 1.800 ha großen hügeligen Sandlandschaft der Borkenberge finden zahlreiche gefährdete Arten einen wichtigen Rückzugsraum.

Bisher lag keine umfassende Beschreibung der Biologischen Vielfalt dieses herausragenden Gebietes vor. Diesem Umstand wurde nun mit dem vom Naturschutzzentrum und Kasten Hannig herausgegebenen Buch „Die Tiere, Pflanzen und Pilze des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge“ Rechnung getragen. Insgesamt 21 Fachautoren aus unterschiedlichen Disziplinen konnten innerhalb des Truppenübungsplatzes mehr als 2.700 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten dokumentieren. Hiervon finden sich über 400 Arten auf den Roten Listen Nordrhein-Westfalens bzw. Deutschlands wieder.

Was aber ist die Ursache dafür, dass zahlreiche hoch gefährdete Arten und Lebensräume auf militärischen Übungsplätzen wie den Borkenbergen vertreten, außerhalb dieser jedoch nahezu verschwunden sind? Ein wesentlicher Grund ist - neben dem Vorhandensein großflächiger, ungedüngter Lebensräume - die militärische Nutzung. Diese schafft durch das Befahren mit Kettenfahrzeugen ein Netz offener Sandwege und trägt durch gezielte Pflegemaßnahmen sowie spontane Brände zur Offenhaltung der Heideflächen bei.

Hiervon profitieren zahlreiche Arten früher Sukzessionsstadien wie Heidelerche, Kreuzkröte, Zauneidechse, Rostbinde, Heidelaufkäfer, Knorpelmiere, Hirschsprung und Zierliche Glanzleuchteralge. Diese Arten leben dort nicht trotz, sondern auf Grund der militärischen Nutzung.
Daneben bieten die von dem militärischen Übungsbetrieb weitgehend unbeeinflussten Moore im Randbereich der Borkenberge sehr selten gewordenen Spezialisten wie Moorameise, Arktische Smaragdlibelle, Kreuzotter, Gageleule, Krickente und Moorlilie geeignete Lebensräume.

Im Rahmen des vorliegenden Buches wird in 22 Einzelbeiträgen die herausragende Bedeutung der militärisch genutzten Borkenberge für den Naturschutz deutlich. Auf über 550 Seiten wird der ansonsten oftmals inflationär benutzte Begriff Biodiversität (Biologische Vielfalt) „mit Leben gefüllt“. So konnten in den Borkenbergen beispielsweise


Nordrhein-Westfalens und zahlreiche geschützte Biotoptypen nachgewiesen werden (vgl. Hannig et al. 2009). Die Borkenberge sind mittlerweile als FFH- und EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen und liefern somit einen wichtigen Beitrag zum europaweiten Schutzgebietsnetz NATURA 2000. Die Arten- und Lebensraumvielfalt belegt die große naturschutzfachliche Bedeutung, die militärische Übungsplätze wie die Borkenberge innerhalb einer ansonsten oftmals artenarmen „Normallandschaft“ besitzen.

An der Arbeit über die Borkenberge haben neben den vier Herausgebern Karsten Hannig, Matthias Olthoff, Kerstin Wittjen und Thomas Zimmermann folgende Personen mitgearbeitet:
Christian Büning, Peter Decker, Christian Feuring, Fredi Kasparek, Hajo Kobialka, Dr. Patrick Leopold, Dr. Michael J. Raupach, Klaas Reißmann, Dr. Armin Rose, Peter Schäfer, Dr. Carsten Schmidt, Dr. Christian Schmidt, Prof. em. Dr. Eberhard Schmidt, Annette Schulte, Klaus Siepe, Holger Sonnenburg und Dr. Heinrich Terlutter.

Literatur: Hannig et al. » Die Tiere, Pflanzen und Pilze des Truppenübungplatzes Haltern-Borkenberge , 2009



Publikationen zum ehemaligen Truppenübungsplatz Haltern


Naturschutz und Biologische Vielfalt 152 -
» Military training area Haltern: What comes after the British troops have left? [7.228 KB] Matthias Olthoff


Natur in NRW 3/2016 -
» Westfalens Wilder Westen - Eine Projektidee für den ehemailgen Truppenübungslatz Haltern [1.469 KB] Matthias Olthoff, Kerstin Wittjen, Annette Schulte Bocholt, Niels Riebbrock, Dietmar Ikemeyer

Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 71 (3), Münster, 2009

» Der Truppenübungsplatz Haltern-Borkenberge [1.381 KB] Thomas Zimmermann und Christian Feuring

» Die Vegetation und Flora des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge [2.523 KB] Kerstin Wittjen

» Die Vögel (Vertebrata, Aves) des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge [673 KB] Matthias Olthoff

» Die Amphibien und Reptilien (Vertebrata, Amphibia, Reptilia) des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge [518 KB] Matthias Olthoff

» Die Heuschrecken, Ohrwürmer und Schaben (Insecta, Saltatoria, Dermaptera, Blattoptera) des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge [418 KB] Matthias Olthoff, Peter Schäfer und Karsten Hannig

» Die Libellen (Insecta, Odonata) des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge [1.818 KB] Matthias Olthoff und Eberhard Schmidt

» „Störungen“ auf dem Truppenübungsplatz Haltern-Borkenberge und deren Bedeutung für ausgewählte Tier- und Pflanzenarten [1.362 KB]
Matthias Olthoff, Patrick Leopold, Karsten Hannig, Carsten Schmidt und Kerstin Wittjen