NATUR FÜR ALLE - barrierefreie Naturerlebnisse



Die Natur im Münsterland wird "WEGBAR"

   

   



Das Projekt wird gefördert mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem Umweltministerium NRW (EFRE NRW 2014-2020). Den Startschuss gab die Bezirksregierung Münster am 22. Februar 2017 mit der Überreichung des Zuwendungsbescheides.




Gemeinsam für barrierefreies Naturerleben


(Foto: Udo Zielke)


Kooperationsprojekt „Natur für Alle“ fördert den barrierefreien Natur-Tourismus im Münsterland
Die Förderung der Barrierefreiheit zum aktiven Naturerleben gewinnt im Hinblick auf den demographischen Wandel und die Inklusion immer mehr an Bedeutung. Viele Freizeitaktivitäten und Bildungsangebote in der Natur stellen die Menschen, vor allem Menschen mit Behinderung, oftmals vor große Herausforderungen. Um die Münsterländer Natur- und Parklandschaft mit ihren zahlreichen Naturschutz- und Naherholungsgebieten für alle Zielgruppen zugänglich zu machen, haben sich sieben Projektpartner aus dem Münsterland zusammengeschlossen, um in der Region den Natur-Tourismus durch die Entwicklung von barrierefreien Angeboten für Jung und Alt zu fördern. Das Kooperationsprojekt läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird finanziert mit einer Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ in Höhe von rund 2,4 Mio. Euro. Die Projektpartner erbringen einen zusätzlichen Eigenanteil von rund 330.000 Euro.



Der Titel ist Programm. Fünf Biologische Stationen aus den Kreisen Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt und Borken haben sich zusammengetan, um im Rahmen des Projektaufrufs „Erlebnis NRW – Tourismuswirtschaft stärken“ barrierefreies Naturerleben im gesamten Münsterland zu fördern.


Barrierefreiheit gewinnt immer mehr an Bedeutung
Naturschutz und Umweltbildung sind die Kernaufgaben der Biologischen Stationen. Durch rollstuhlgerechte Wanderwege, Sinnesgärten und Ausstellungsmodule, barrierefreie Exkursionsangebote und die Entwicklung technischer Lösungen zur Informationsvermittlung soll nun allen Zielgruppen – von Schulklassen über Familien bis hin zu Senioren und Menschen mit Einschränkungen– die Natur näher gebracht werden. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland, die Biologische Station Kreis Recklinghausen, die Biologische Station Kreis Steinfurt, die Biologische Station Zwillbrock, das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, die Fachhochschule Münster, Labor für Software Engineering und NeumannConsult werden deshalb in ihren Kreisen gezielte Maßnahmen umsetzen und ausgewählte Naturerlebnisgebiete für alle erschließen.








Gemeinsam werden Barrieren abgebaut
Eine der geplanten Maßnahmen ist die barrierefreie Umgestaltung des Geländes rund um Haus Heidhorn, dem Sitz der NABU-Naturschutzstation Münsterland an der Grenze der Stadt Münster und des Kreises Warendorf. Die Naherholungsgebiete Hohe Ward und Davert locken bereits jetzt zahlreiche Besucher in die Natur. Die Wanderwege auf dem Gelände werden rollstuhlgerecht und für Familien mit Kinderwagen umgebaut. Ebenso werden Erlebnisstationen mit Tastmodellen sowie ein barrierefreier Sinnesgarten und ein Bereich mit Biotopen entstehen, die für alle Zielgruppen zugänglich sind.

Im Kreis Borken liegt der Schwerpunkt auf dem barrierefreien Naturerleben in und um Zwillbrock und dem Zwillbrocker Venn mit der attraktiven Flamingokolonie. Als Ausgangspunkt dient hier das Besucherzentrum der Biologischen Station Zwillbrock mit naturkundlicher Ausstellung, die in Punkto Barrierefreiheit verbessert und ergänzt werden soll. Der Zugang ins Zwillbrocker Venn soll vereinfacht und für Radtouren auf der Flamingoroute sollen beispielsweise Rollfietsen angeboten werden.

Im Kreis Recklinghausen, mitten im Naturpark Hohe Mark Westmünsterland auf dem Gelände des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs „Hof Punsmann“, befindet sich die Biologische Station Kreis Recklinghausen. Um vor Ort die zahlreichen Umweltbildungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderung zugänglich zu machen, werden dort ausgewählte Wanderwege barrierefrei umgebaut.

Die Biologische Station Kreis Steinfurt mit Sitz in Tecklenburg am Rande des Naturparkes Teutoburger Wald sowie des Natur- und Geoparks TERRA.VITA wird kreisweite Recherchen zu barrierefreien Naturerlebnisgebieten durchführen und vor Ort ein Netzwerk zu Akteuren aus Tourismus und Naturerleben aufbauen.

Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld mit Sitz auf dem alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup liegt inmitten des Rad- und Wanderparadieses Baumberge. Im Kreis Coesfeld liegen bedeutende Naturschutz- und FFH-Gebiete. Um interessierte Besucher über die Besonderheiten der Schutzgebiete zu informieren hat das Naturschutzzentrum die App „Erlebnis Naturerbe“ entwickelt. Sie ermöglicht Besuchern, das Rad- und Wanderwegenetz im Kreisgebiet zu nutzen und Wichtiges aus den Naturschutzgebieten zu erfahren. Das Naturschutzzentrum fördert den Natur-Tourismus nun zusätzlich durch die intensive Begutachtung von Schutzgebieten im Hinblick auf die Barrierefreiheit. Die Ergebnisse der Erhebungen sollen in der kostenlosen App „Erlebnis Naturerbe“ in Text und Bild dargestellt werden. So werden auch Besucher, für die Barrierefreiheit einen Mehrwert darstellt, in die Lage versetzt, ihren Ausflug ins Grüne individuell zu planen.

Neben den einzelnen Maßnahmen werden die Partner in den Kreisen Coesfeld, Steinfurt, Borken, Recklinghausen, Warendorf und in der Stadt Münster weitere barrierefreie Naturerlebnisgebiete erfassen und später auf einer barrierefreien Website und in einer App vorstellen. Die Fachhochschule Münster, Labor für Software Engineering, wird hierfür die Konzeption und Programmierung übernehmen. Neben der Planung des Aufenthaltes soll die App durch Kartenmaterial die Orientierung im Gelände verbessern und Hintergrundinformationen zu den Naturräumen mit ihrem Reichtum an Tier- und Pflanzenarten liefern.

Das Büro NeumannConsult aus Münster unterstützt die Partner durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich Tourismus und Barrierefreiheit bei der Umsetzung aller Maßnahmen. Um sicherzustellen, dass die Besucher verlässliche und geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit der einzelnen Angebote erhalten, werden diese nach dem bundesweiten System „Reisen für Alle“ geprüft und mit einem entsprechenden Symbol für die Gäste gut sichtbar gekennzeichnet. Auf diese Weise können die Gäste vor ihrem Besuch entscheiden, welche Angebote sich für ihren Aufenthalt besonders eignen.

Förderung des Natur-Tourismus durch vielfältige Angebote
Für Schulklassen, größere Gruppen oder Familien können zukünftig Natur- und Landschaftsführer gebucht werden, die speziell im Bereich Barrierefreiheit geschult sind und ganz besondere Einblicke in die heimische Natur geben können. Durch eine enge Kooperation mit kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region wie der lokalen Gastronomie und Hotellerie sowie der Tourismusvertreter soll den Gästen ein angenehmer Aufenthalt im Münsterland ermöglicht werden.



Weitere Informationen über das Projekt und die Partner finden Sie unter www.wegbar.de oder in dem Faltblatt.





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